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Vesterålen, ein Traum in weiß

Nach der Zeit in unserem wunderschönen Haus auf den Lofoten ging es für uns weiter in Richtung Vesterålen. In den letzten Tagen hatte es viel geschneit und die Landschaft rings um uns herum war noch viel schöner anzusehen. Als grobe Richtung hatten wir uns den nördlichsten Zipfel Andenes ausgesucht. Dort haben wir eine sehr eindrucksvolle Walsafari gemacht und durften wunderschöne Pottwale in freier Wildbahn bestaunen. Unser Video dazu findet ihr hier.

Unser Weg nach Andenes führte uns entlang der Küste. Das Wetter war herrlich und das Licht wechselte minütlich seine Farben. Die Landschaft war wie gewohnt pure Schönheit, auch wenn sie unter der glänzenden Schneedecke verborgen lag oder gerade deswegen. Die spitzen Berge, die aussehen wie Zuckerhüte oder Zipfelmützen machen all das noch viel viel aufregender. Ich weiß nicht, wann ich in meinem Leben so unglaublich tief berührt wurde von dem was unsere Erde, unsere Mutter Natur hier erschaffen hatte. Es ist ein wahres Geschenk und ich danke wem auch immer dafür, das hier alles noch ganz unberührt wirkt und die Menschen, das was sie hier um sich haben, auch zu schätzen wissen. Ich habe schon viele andere schöne Flecken gesehen, an denen mir die Tränen kamen auf Grund der blinden Zerstörungswut und der Vermüllung durch unbewusste, ignorante Menschen. Aber hier wirkt alles wirklich sauber und hier kann man sich fallen lassen in diese atemberaubende Natur und sie ganz einfach pur genießen mit all seinen Sinnen.

Auf unserem Weg nach Andenes blieben wir zwei Tage auf einem, wunderschön am Fjord gelegenem, Campingplatz. Um uns herum waren Wälder in denen wir uns auf eine Wanderung begaben. Santo drehte vollkommen durch, weil hier um uns herum jede Menge Rentiere und Elche lebten. Das erschnupperte er trotz des Schnees natürlich deutlich, weil überall frische Spuren unseren Weg kreuzten. Gesehen haben wir keine, aber wir wussten sie waren da.
In der Nacht hatten wir Besuch von einem Elch, der hinter unserer Lodý genüsslich an den Zweigen knapperte. Wir bekamen davon nichts mit, sahen aber am nächsten Morgen die Spuren der riesigen Hufen um unseren Van herum.
Am Abend widmete ich mich meiner neuer Leidenschaft, der Nachtfotografie wozu natürlich die Polarlichter gehörten. Nach meiner ersten Sichtung einer kräftigen Aurora auf den Lofoten war ich süchtig geworden. Ich kann es noch immer nicht beschreiben, was es mit mir macht. Ich fühle mich von diesem Licht so angezogen, das ich selbst in totaler Müdigkeit den Wunsch habe hinaus in die Kälte zu gehen um sie zu sehen.

Es gibt total viele Mythen und Legenden um die Nordlichter. In Nordamerika zum Beispiel glaubt man daran das es sich bei den Lichtern um die Seelen verstorbener Ahnen handelt. Stämme der Inuit glaubten, das die Nordlichter sie darauf hinwiesen, das sie nun mit ihren Verstorbenen kommunizieren können. In einigen Indianerstämmen war das Nordlicht auch ein schlechtes Omen und man rechnete nach ihrem Erscheinen mit Seuche und Tod.
Egal wie, Fakt ist das dieses Licht magisch ist und mich voll in seinem Bann gezogen hat.

Nach unserem Abenteuer Walsafari verbrachten wir mehrere Tage in einem wunderschönen kleinen Fischerdorf namens Bleik. Es liegt im Nordwesten der Insel Andøya. Hier waren wir auf dem am Meer gelegenem Campingplatz Midnattsol. Abgesehen vom zunehmendem starken Wind hatte dieser Ort etwas besonderes. Hier war es auch wieder das Licht, was uns so faszinierte. Es gab einen kleinen Hafen, ein paar Häuser und gegenüber die Insel Bleiksøya. Diese Insel ist Norwegens größtes Resort von Papageientauchern. Auf den folgenden Bildern könnt ihr die kleine Insel im Hintergrund sehen.

Auf unserer Reise durch Norwegen sind wir in den letzten 5 Wochen so gut wie keinem Menschen begegnet. In Andenes haben wir das erste Mal ein junges deutsches Pärchen getroffen die mit ihrem VW Bus unterwegs waren. Wir tauschten uns aus und verbrachten ein wenig Zeit zusammen. Camper sein verbindet, das ist so schön. <3
In Bleik trafen wir uns spontan mit Alexander und Silvana. Die Beiden waren mit Caravan unterwegs und auf ihrer Rückreise vom Nordkap. Wir verbrachten spontan 3 tolle Tage zusammen. Dazu habe ich hier bereits einen Beitrag geschrieben.

Nach den erlebnisreichen Tagen auf der Insel Andøya sind wir in Richtung Sortland aufgebrochen. Die Kommune liegt auf der Insel Langoya und lebt überwiegend vom Fischfang aber auch von der Landwirtschaft. Von hier aus fuhren wir nach Stokmarknes, die Heimatstadt der Hurtigruten. Hier gründete vor mehr als 120 Jahren Richard With die weltberühmte Reederei. Wir hatten die große Freude eines der Schiffe in den Hafen einlaufen zu sehen. Die Polarlys bestaunten wir gemeinsam mit einer Kindergartengruppe vom Pier aus. Guido war total happy. Hatte er sich doch schon so lange danach gesehnt, mal eines der Schiffe zu sehen. Nun konnte er es von Nahem bestaunen.

Am nächsten Tag kam ein Sturm auf und so entschieden wir uns einen weiteren Tag auf unserem Platz mitten in der Natur zu bleiben. Wir standen windgeschützt und das war uns mehr als recht. Zudem gab es eine wahre Lichterschau an Polarlichtern.
Um 6 Uhr war die Nacht viel zu früh zu Ende > unsere Heizung war aus. Die Batterien hatten scheinbar viel zu tun und somit ging nichts mehr. Im Van waren um die 5 Grad und das war viel zu kalt und so entschieden wir uns aufzubrechen. Spontan entschieden wir uns dazu, in Richtung Nordkap aufzubrechen und verließen somit die wunderschönen Vesteralen mit dem Wissen sie ganz bald wieder zu besuchen.

Kurt Tucholsky sagte einmal:
Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt. Sieh sie dir an.

In diesem Sinne ihr Lieben,
bis bald eure Sandra….

6 Kommentare

  1. Meine Lieben

    Ich wünsche EUCH weiterhin gaaaanz viele und schöne Wochen ❤️

    Alex und Ich sind nun wieder zu Hause ….

    Was zerre ich noch von sooo vielen und tollen Erlebnissen .
    Ganz besonders von uns viern
    Oh sry… 5 –

    Was haben wir für ein Glück, dass sich so tolle Menschen – wie wir – begegnen!

    Dein Bericht, eure Bilder, deine Zeilen…

    Sie lassen mich weiter reisen

    Dankeschön

  2. Danke für den tollen Bericht! Alleine bei deinen Bildern bekomme ich wieder Lust darauf, bei Schnee Richtung Polarkreis zu fahren; diese Farben und das Licht sind bezaubernd wundervoll!

    1. Hallo Sandra, vielen lieben Dank für deine liebe Rückmeldung. Der Polarkreis ist etwas magisches. Schön das du ein Stück mit uns reist. <3

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